In Wallroth entsteht ein deutschlandweit einmaliges Haus für Wabenhonig

Gerade wird am Wallrother Wabenhonighaus der Richtspruch vorgetragen.

Text und Foto: Bensing & Reith

Es hat fast die Form einer Honigwabe und ist circa fünf auf fünf Meter groß: Das neue Wabenhonighaus in Wallroth ist nahezu fertig. Der Richtbaum jedenfalls ist schon aufgestellt und der Richtspruch gesprochen worden. Die ersten Bienen sollen bald einziehen, der erste Honig 2021 geerntet werden. Und eine Feier ist auch noch geplant.

Das Wabenhonighaus in Wallroth ist nahezu fertig, bald sollen die ersten Bienen einziehen. Ortsvorsteher Maik Basermann sagt: „Wir wollen damit einerseits einen Beitrag für die Natur leisten.“ Deshalb soll um das Wabenhonighaus noch ein Blühstreifen angelegt werden. „Es soll aber auch ein Ort des Lernens, Verweilens und natürlich ein schöner Blickfang in unserer Ortsmitte werden.“ Zimmermannsmeister Georg Lotz, der ehrenamtlich an der Errichtung beteiligt war, sprach den Richtspruch – coronabedingt im kleinen Kreis. Da das Richtfest nicht stattfinden konnte, hofft der Ortsbeirat Wallroth darauf, die Einweihungsfeier im Herbst oder im Frühjahr nachholen zu können.

Das Wabenhonighaus steht auf dem ehemaligen Lindenplatz in Wallroth. Die namengebende Linde ist vor einigen Jahren bei einem Unwetter umgestürzt. Basermann: „Seitdem hatten wir überlegt, was wir mit diesem Platz anstellen können.“ Die Idee für das Wabenhonighaus kam schließlich 2019 auf. Und dann ging es ans Eingemachte: Es mussten zum einen Gespräche mit der Stadt Schlüchtern geführt werden, da ihr das Grundstück gehört. Beim Unternehmen Bien-Zenker, das am Distelrasen bereits ein Bienenhaus betreibt, wurde außerdem Rat eingeholt.

Und natürlich musste ein Imker gefunden werden, der Expertise hat und die Betreuung übernehmen kann. „Das ist uns mit Michael Sperzel absolut gelungen“, sagt Basermann. Der Niederzeller Sperzel ist Imker in dritter Generation, Bienensachverständiger der Stadt Schlüchtern und Wespen- und Hornissenbeauftragter des Main-Kinzig-Kreises.

Und warum heißt es nicht einfach Bienenhaus? Dazu Imker Sperzel: „Hier wird es keinen geschleuderten Honig, sondern Wabenhonig geben. Solch ein Haus ist in Deutschland einmalig und etwas ganz Besonderes.“ Das soll mit dem Namen deutlich gemacht werden.

Wabenhonig wird in der Wabe geerntet und enthält deutlich mehr Nährstoffe als geschleuderter Honig. „Vor allem ist es aber ein ganz außergewöhnliches Geschmackserlebnis“, sagt Sperzel.

Sperzel möchte 2021 den ersten Honig ernten. Einmal im Jahr soll es einen Tag der offenen Tür geben. Schulen und Kindergärten können das Wabenhonighaus als Lernort besuchen. Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) verschaffte sich bei einem Besichtigungstermin unlängst einen Einblick in das Wabenhonighaus. Er sagt: „Ich bin beeindruckt, mit wie viel Einsatz und Engagement der Wallrother Ortsbeirat für die Belange des Ortes einsteht. Dafür stellen wir den Platz sehr gerne zur Verfügung.“

Das Wabenhonighaus konnte übrigens nur errichtet werden, weil das Wallrother Unternehmen Eckart Hydraulik knapp 10.000 Euro gesponsert hat. Den Rest steuert die Interessengemeinschaft Wallroth bei. Außerdem halfen und helfen etliche Ehrenamtliche bei der Errichtung des Wabenhonighauses.

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